20.000 € Abfindung: Was bleibt netto?
Sie haben sich mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Abfindung von 20.000 € geeinigt und verdienen in diesem Jahr sonst 40.000 € brutto. Gute Nachricht vorab: Auf die Abfindung zahlen Sie keine Sozialabgaben. Steuern fallen aber an.
Schritt 1: Was der Arbeitgeber einbehält
Seit 2025 rechnet der Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug ohne Fünftelregelung. Die Abfindung wird wie normaler Lohn auf Ihr Jahreseinkommen aufgeschlagen. Geschätzte Steuer: 6.396 €. Auf Ihrem Konto landen zunächst 13.604 €.
Schritt 2: Die Steuererklärung holt Geld zurück
Mit der Einkommensteuererklärung wendet das Finanzamt die Fünftelregelung an: Ein Fünftel der Abfindung (4.000 €) wird auf Ihr zvE von 30.934 € gerechnet, die Mehrsteuer mal fünf genommen. Ergebnis: 5.845 €. Sie bekommen also 551 € zurück.
Am Ende bleiben Ihnen 14.155 € von 20.000 €.
| Variante (20.000 € Abfindung, 40.000 € Gehalt) | Steuer am Ende | Netto |
|---|---|---|
| Ledig, ohne Kirchensteuer | 5.845 € | 14.155 € |
| Ledig, 9 % Kirchensteuer | 6.371 € | 13.629 € |
| Verheiratet, Partner ohne Einkommen | 4.310 € | 15.690 € |
Ihr Gehalt entscheidet mit
Je höher Ihr übriges Einkommen im Auszahlungsjahr, desto höher der Steuersatz auf die Abfindung:
| Übriges Bruttogehalt | Steuer auf 20.000 € | Netto |
|---|---|---|
| 25.000 € | 5.010 € | 14.990 € |
| 30.000 € | 5.285 € | 14.715 € |
| 40.000 € | 5.845 € | 14.155 € |
| 50.000 € | 6.400 € | 13.600 € |
| 60.000 € | 6.960 € | 13.040 € |
Deshalb kann es sich lohnen, die Auszahlung in ein Jahr mit geringerem Einkommen zu legen – etwa in den Januar nach dem Ausscheiden, wenn Sie danach arbeitslos sind oder eine Auszeit nehmen. Achtung: Das Arbeitslosengeld ist zwar steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt Ihren Steuersatz.
Checkliste
- Abfindung in einer Summe auszahlen lassen (sonst entfällt die Fünftelregelung).
- Steuererklärung für das Auszahlungsjahr abgeben – sonst verschenken Sie 551 €.
- Kündigungsfrist einhalten, damit das Arbeitslosengeld nicht ruht.
Und die Krankenversicherung nach dem Ausscheiden?
Beziehen Sie nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses Arbeitslosengeld, übernimmt die Agentur für Arbeit die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Ruht der Anspruch wegen einer Sperrzeit, sind Sie ab dem zweiten Monat ebenfalls über die Arbeitsagentur versichert; für den ersten Monat gilt ein nachgehender Leistungsanspruch. Wer keine Leistungen bezieht, muss sich freiwillig versichern – die Abfindung selbst ist dabei in der Regel nicht beitragspflichtig, andere Einnahmen schon. Klären Sie das am besten direkt mit Ihrer Krankenkasse.
Noch ein Hinweis: Die Werte gelten für eine Auszahlung im Jahr 2026 mit dem Tarif 2026. Fließt die Abfindung erst 2027, gilt der Tarif 2027, der bei Redaktionsschluss noch nicht beschlossen war. Die Größenordnung ändert sich dadurch aber nur wenig.
FAQ
Wie viel bleibt von 20.000 € Abfindung netto?
Bei 40.000 € übrigem Bruttogehalt (ledig, ohne Kirchensteuer) rund 14.155 € nach der Steuererklärung. Der Arbeitgeber behält zunächst 6.396 € ein.
Wie viel Steuer spart die Fünftelregelung bei 20.000 €?
In diesem Beispiel 551 €. Die Ersparnis erhalten Sie über die Einkommensteuererklärung.
Zahlt man auf eine Abfindung Krankenversicherung?
Nein, wenn Sie gesetzlich versichert und als Arbeitnehmer beschäftigt waren. Echte Abfindungen sind in allen Zweigen der Sozialversicherung beitragsfrei.
Quellen: §§ 24, 34 und 39b EStG (Änderung durch das Wachstumschancengesetz, gültig ab 1.1.2025), § 32a EStG Tarif 2026, SolZG 1995; Beitragsbemessungsgrenzen 2026 (RV 101.400 €, KV 69.750 €). Stand: 5. November 2026.