Pendlerpauschale bei 10 km: Lohnt sich das?
Seit 2026 gibt es für jeden Kilometer der einfachen Strecke 0,38 € – schon ab dem ersten Kilometer. Bei einem kurzen Arbeitsweg von 10 km und 220 Arbeitstagen sieht die Rechnung so aus:
10 km × 220 Tage × 0,38 € = 836 €
Das klingt zunächst gut. Allerdings zieht das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer ohnehin den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € ab – auch ohne Nachweis. Ihre Werbungskosten wirken sich erst aus, wenn sie diesen Betrag übersteigen. Mit 836 € liegen Sie darunter, deshalb zeigt der Rechner eine Steuerersparnis von 0 €. Das ist kein Fehler, sondern leider die Regel.
Wo die Grenze liegt
Bei 220 Arbeitstagen wird es ab 15 km interessant (15 × 220 × 0,38 € = 1.254 €). Die Tabelle zeigt verschiedene Entfernungen, ledig, 45.000 € brutto, ohne Kirchensteuer:
| Einfache Strecke | Pendlerpauschale | Über 1.230 € | Steuerersparnis |
|---|---|---|---|
| 5 km | 418 € | 0 € | 0 € |
| 10 km | 836 € | 0 € | 0 € |
| 12 km | 1.003 € | 0 € | 0 € |
| 15 km | 1.254 € | 24 € | 7 € |
| 18 km | 1.505 € | 275 € | 82 € |
| 20 km | 1.672 € | 442 € | 132 € |
Trotzdem eintragen? Ja – aus zwei Gründen
- Andere Werbungskosten zählen zusammen. Arbeitsmittel (Laptop, Fachbücher, Schreibtisch), Fortbildungen, Gewerkschaftsbeiträge, Bewerbungskosten oder die Homeoffice-Pauschale werden addiert. Ein Beispiel: 180 Bürotage mit 10 km (684 €), dazu 40 Homeoffice-Tage à 6 € (240 €) und 300 € für Arbeitsmittel ergeben 1.224 € – knapp unter der Grenze, also 0 € Ersparnis. Schon ein paar Euro mehr, und jeder weitere Euro wirkt sich aus.
- Es kostet nichts. In der Steuererklärung (Anlage N) tragen Sie einfach Entfernung und Arbeitstage ein. Das Finanzamt rechnet automatisch den höheren Betrag an.
So tragen Sie es ein
In ELSTER finden Sie die Angaben in der Anlage N unter „Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte“: Ort der Arbeitsstätte, Anzahl der Arbeitstage, einfache Entfernung und das Verkehrsmittel. Den Pauschbetrag müssen Sie nicht eintragen – den berücksichtigt das Finanzamt von selbst. Bewahren Sie Belege für Arbeitsmittel und Fortbildungen auf, falls das Finanzamt nachfragt.
Gut zu wissen
- Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung. Eine längere Strecke zählt nur, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist und regelmäßig genutzt wird.
- Es zählen nur volle Kilometer – 10,8 km sind 10 km.
- Pro Tag gibt es die Pauschale nur einmal, auch wenn Sie mittags nach Hause fahren.
- Für denselben Tag gibt es in der Regel entweder die Pendlerpauschale oder die Homeoffice-Pauschale. Beides zusammen ist nur möglich, wenn Ihnen für Ihre Arbeit dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (zum Beispiel bei vielen Lehrkräften).
FAQ
Lohnt sich die Pendlerpauschale bei 10 km?
Allein meist nicht: 10 km × 220 Tage × 0,38 € = 836 € liegen unter dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 €. Erst mit weiteren Werbungskosten über 1.230 € sparen Sie Steuern.
Ab wie vielen Kilometern lohnt sich die Pendlerpauschale 2026?
Bei 220 Arbeitstagen ab 15 km einfacher Strecke (1.254 €), wenn Sie keine weiteren Werbungskosten haben. Bei weniger Arbeitstagen liegt die Grenze höher.
Muss ich die Pendlerpauschale trotzdem angeben?
Es schadet nicht. Das Finanzamt nimmt automatisch den höheren Wert aus Pauschbetrag und tatsächlichen Werbungskosten. Zusammen mit Arbeitsmitteln oder Homeoffice-Tagen kann die Grenze schnell überschritten sein.
Quellen: Steueränderungsgesetz 2025 (BGBl. 2025 I, verkündet 23.12.2025), § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG; § 9a Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG (1.230 €); § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG (Homeoffice); § 32a EStG 2026; § 3 SolZG. Zweitquellen: lohn-info.de, Finanztip (Stand Oktober 2026). Geprüft am 5. November 2026.