Minijob 2026 und 2027: Grenzen und Abgaben
Die Minijob-Grenze ist seit Oktober 2022 an den Mindestlohn gekoppelt: Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Mit dem Mindestlohn von 13,90 € ergibt das 2026 603 €, mit 14,60 € ab 1. Januar 2027 633 € (632,67 € aufgerundet).
| 2026 | 2027 | |
|---|---|---|
| Mindestlohn | 13,90 € | 14,60 € |
| Minijob-Grenze / Monat | 603 € | 633 € |
| Jahresgrenze | 7.236 € | 7.596 € |
| Max. Stunden beim Mindestlohn | 43,3 h / Monat | 43,3 h / Monat |
| Übergangsbereich (Midijob) | 603,01–2.000 € | 633,01–2.000 € |
Pauschalabgaben des Arbeitgebers
| Abgabe | Gewerblich 2026 | Gewerblich 2027 | Privathaushalt |
|---|---|---|---|
| Krankenversicherung | 13 % | 17,5 % | 5 % |
| Rentenversicherung | 15 % | 15 % | 5 % |
| Pauschsteuer | 2 % | 2 % (geplant 5 %) | 2 % (geplant 5 % ab 2027) |
| Umlage U1 | 0,8 % | 0,8 %* | 0,8 % |
| Umlage U2 | 0,22 % | 0,22 %* | 0,22 % |
| Insolvenzgeldumlage | 0,15 % | 0,15 %* | – |
| Unfallversicherung | je nach BG | je nach BG | 1,6 % |
| Rentenbeitrag Minijobber | 3,6 % | 3,6 % | 13,6 % |
* Für 2027 noch nicht veröffentlicht, Werte 2026. Die KV-Pauschale steigt durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228) auf den allgemeinen Beitragssatz 14,6 % plus durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2,9 % = 17,5 %. Die Anhebung der Pauschsteuer auf 5 % steht im Regierungsentwurf zum Einkommensteuerreformgesetz 2027 (Kabinett 2. September 2026) und ist noch nicht beschlossen. Der Rentenbeitragssatz 2027 soll bei 18,6 % bleiben; die Verordnung steht noch aus. Ein Pflege-Pauschalbeitrag ist laut Kabinettsentwurf erst ab 2028 geplant.
So rechnet der Rechner
Jede Abgabe = Monatsverdienst × Satz, auf Cent gerundet. Der Rentenbeitrag des Minijobbers ist die Differenz zwischen dem vollen Beitrag (18,6 %) und dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers: 18,6 % − 15 % = 3,6 % (gewerblich) bzw. 18,6 % − 5 % = 13,6 % (Privathaushalt). Unter 175 € Verdienst wird der volle Beitrag von 175 € berechnet. Wer sich befreien lässt (Antrag beim Arbeitgeber), bekommt brutto = netto, verliert aber Rentenansprüche, z. B. für Riester-Förderung und Erwerbsminderungsrente.
FAQ
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2027?
633 € im Monat bzw. 7.596 € im Jahr, weil der Mindestlohn am 1. Januar 2027 auf 14,60 € steigt (14,60 × 130 ÷ 3 = 632,67 €, aufgerundet). 2026 sind es 603 €.
Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2027 arbeiten?
Beim Mindestlohn von 14,60 € höchstens 43,3 Stunden im Monat (633 € ÷ 14,60 €), also rund 10 Stunden pro Woche. 2026 sind es mit 13,90 € ebenfalls 43,3 Stunden.
Was kostet ein 603-€-Minijob den Arbeitgeber 2027?
Gewerblich nach geltendem Recht 215,09 € Abgaben (35,67 %), zusammen also 818,09 € – 2026 sind es 187,95 €. Mit der geplanten 5-%-Pauschsteuer kämen 18,09 € dazu. Die Unfallversicherung kommt noch hinzu.
Wie viel Rentenbeitrag zahlt ein Minijobber?
3,6 % im gewerblichen Minijob (bei 603 € sind das 21,71 €) und 13,6 % im Privathaushalt (82,01 €). Wer sich befreien lässt, zahlt nichts und erhält brutto gleich netto.
Quellen (geprüft am 5. November 2026): Minijob-Zentrale, „Minijob 2027: Verdienstgrenze und Mindestlohn“ (magazin.minijob-zentrale.de/minijob-grenze-2027, 13.10.2026), „Minijob-Beiträge 2026“ (magazin.minijob-zentrale.de/minijob-beitraege-2026) und „Aktuelle Minijob-Vorhaben“ (1.10.2026); Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (BGBl. 7.11.2025); BMG-Pressemitteilung zum Zusatzbeitragssatz 2027 (30.10.2026); Haufe Gesetzesradar GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz; lohn-info.de (Sozialversicherungsbeiträge 2027).